Stiftung Hohenroth - Heimat im Alter
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Tagesbetreuung in der "Hohenrother Stube"

Viele erinnern sich noch an die „Dorfältestenrunde“ - bis zum Jahr 2011 gab es in der kleinen Wohnung in Haus 3 bereits eine Nachmittagsbetreuung in Hohenroth, die Runde der „Dorfältesten“. Als das Haus Adelmann in Burgsinn die Bewohner mit hohem Hilfebedarf aufnahm, konnte sie aufgelöst werden, denn sie wurde für einige Zeit nicht mehr gebraucht.

Nun kehrt wieder Leben ein in der gleichen Wohnung! Die Idee „Dorfältestenrunde“ war gut zu ihrer Zeit. Passt sie auch heute zu dieser Gruppe? Wer wird in der Gruppe, die sich nachmittags von Montag bis Donnerstag trifft, sein? Wie werden die Nachmittage gestaltet? Welche Mitarbeiter werden da sein?

All diese Fragen wurden besprochen, und zwar mit allen Bewohnern, die 1960 oder früher geboren sind. Dazu kamen noch einige Bewohner, von denen wir wissen, dass sie durch die Werkstattarbeit stark belastet sind. 23 Bewohner und Bewohnerinnen wurden Anfang November zu Interviews eingeladen. Was die Bewohner übers Älterwerden denken und wie sie sich ihr Leben vorstellen, wenn sie alt sind, wurde damit erforscht.

Für diejenigen, die auf die Frage: „Fühlst du dich dem Arbeitsalltag in Hohenroth gewachsen“ sagten: „Natürlich, kein Problem für mich“ sind noch keine weiteren Betreuungsmaßnahmen nötig. Diejenigen, die sagen, „der Arbeitsalltag in Hohenroth ist manchmal zu anstrengend“ oder „Nein, das schaffe ich nicht mehr“, fühlen sich alt und brauchen Entlastung.

Auch darüber, wie das geschehen könnte, wurde nachgedacht. Auf die Fragen „Was soll sich in Deinem Leben ändern, wenn Du alt bist?“, sagen acht betreute Menschen übereinstimmend, dass sie weniger arbeiten möchten oder zumindest längere Pausen und mehr Urlaub haben möchten. Marietta, Barbara und Joachim finden, dass für sie im Haus Adelmann alles schon gut geregelt ist.

Zur Einrichtung der Nachmittagsbetreuung wurde gefragt: „Hier können einige Bewohner den Nachmittag verbringen, statt in die Werkstatt zu gehen. Wie findest Du das?“ Alle, die diese Frage beantwortet haben, finden die Nachmittagsgruppe gut. Acht Bewohner möchten nur an manchen Tagen in die Gruppe, aber auch noch in die Werkstatt. Sechs betreute Menschen  antworten: „Gut! Ich möchte einen Platz in der Gruppe, am liebsten jeden Tag!“ Genau so wurde es dann beschlossen: Ab Mitte November finden sich Christine, Elke, Jochen, Stephan, Ralph und Marietta zu den üblichen „Arbeitszeiten“ von Montag bis Donnerstagnachmittag in der „Stube“ ein. Halt, das stimmt nicht ganz. Die Plätze sind begrenzt, deshalb werden sich Jochen und Marietta abwechseln.

Und was passiert dann in der „Stube“? Da gab es aus den Interviews viele gute Ideen: Malen, Basteln, Filzen, Stricken, Häkeln, Vorlesen, Musik hören, Meditation, Spielen, Ausflüge, Gymnastik, Spazierengehen und natürlich Kaffee trinken.

Ein Anfang ist gemacht! Die Ausstattung der Räume wird noch ergänzt und ausgebaut werden. Insbesondere fehlen noch zwei Ruhesessel mit Aufstehhilfe. Und vor der „Stube“ eine wetterfeste Außensitzgruppe mit Tisch und Armlehnstühlen, einem Sonnenschirm oder einem Sonnensegel. Vor dem Hintergrund der Altersstruktur der Bewohner in Hohenroth ist bald eine Erweiterung der Tagesbetreuung geplant. Hier findet die Stiftung ein weiteres wichtiges Feld für ihr finanzielles Engagement – damit Hohenroth auch im Alter Heimat bleiben kann.