Stiftung Hohenroth - Heimat im Alter
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Ein wichtiger Baustein im Betreuungskonzept

Ein großer Teil der ausgeschütteten Stiftungserträge kommt in diesem Jahr der „Stube“ zugute. Insgesamt zehn betreute Bewohner, die wegen ihres Alters oder wegen einer Krankheit einen erhöhten Hilfebedarf haben nutzen diese Einrichtung der Tagesstruktur. Und alle freuen sich täglich auf die vielseitigen Nachmittagsangebote.

„Ich bin richtig froh, dass ich am Nachmittag zu dir in die Stube kommen kann“. Mit diesen Worten begrüßt ein Bewohner die Mitarbeiterinder Tagesstruktur, Alexandra Mennig, als er heute zur „Stube“ kommt. Obwohl erst 52 Jahre alt, schafft er es auf Grund seiner Behinderung und seiner Krankheit einfach nicht mehr, den ganzen Tag in der Werkstatt zu arbeiten. Die meisten der Menschen, die hier nachmittags betreut werden sind jedoch älter und haben einen erhöhten Hilfebedarf.Am Vormittag können einige noch wie gewohnt in ihrem Arbeitsbereich tätig sein, nachmittags jedoch, wenn ihre Kräfte aufgebraucht sind, werden sie in der Stube betreut. Hier geht es nicht mehr, wie in den Arbeitsbereichen, darum, im Rahmen seiner Möglichkeiten produktiv zu sein. Hier sollen die alten Menschen, die viele Jahre gewebt, geschreinert, Ställe ausgemistet  oder Kerzen gezogen haben, weiterhin Wertschätzung erleben und sich wohlfühlen. 

Dabei besprechen die Mitarbeiterinnen, Alexandra Mennig und Sandra Latocha mit den Betreuten ausführlich die Nachmittagsgestaltung und achten darauf, dass nichts zu kurz kommt: weder die körperliche Bewegung bei Spaziergängen oder der Stuhlgymnastik, noch die geistige Anregung durch Gespräche, Vorlesen, Singen und Beschäftigung mit Hobbies.Im Zusammenhang mit der Kaffeepause übernimmt jeder kleine Aufgaben, die er möglichst selbständig bewältigen soll. So werden die vorhandenen körperlichen und geistigen Fähigkeiten immer wieder gefordert und geübt, damit sie so lange wie möglich erhalten bleiben. Den Mitarbeiterinnen der Stube ist es auch sehr wichtig, dass die Besucher der Stube gut im Dorf eingebunden bleiben. Sie gehen zum Einkaufen in den Dorfladen und in die Gärtnerei, sie feiern mit dem Dorf die Jahresfeste, haben eine Kooperation mit dem Pferdestall, sorgen dafür, dass die „Hohenrother Nachrichten“ eingetütet und etikettiert werden.

Und vor allem: Die „Stube“ gewährleistet die Nachmittagsbetreuung der Menschen mit erhöhtem Hilfebedarf sodass diese noch möglichst lange in ihren vertrauten Hausgemeinschaften wohnen und so ihr Alter im gewohnten sozialen Umfeld erleben. „Unsere Stube tut den Betreuten gut“, betont Alexandra Mennig, „sie kommen gerne zu uns und genießen die Entschleunigung“. Der Besuch der „Stube“ hilft also den Bewohnern und den Hausgemeinschaften dabei, das Nachlassen der Leistungsfähigkeit und den  Übergang zum Alter gut zu bewältigen. Sie ist ein wichtiger Baustein im Betreuungskonzept der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth.

© SOS-Kinderdorf